Wissenschaftler: Hartz-IV viel zu hoch
City- & Szenenews
05.09.2008
Eine provokante Rechnung veröffentlichten nun zwei Wissenschaftler der TU Chemnitz. Demnach bekommen Hartz-IV-Empfänger viel zu viel Geld. Die Leistungen könnten um mehr als die Hälfte gekürzt werden.
Die Rechnung der Wissenschaftler basiert auf Daten aus dem Jahr 2006, als die Leistungen bei 345 Euro monatlich lagen - angemessen seien aber laut der Studie der Chemnitzer lediglich 278 Euro in Anlehnung an das durchschnittliche Existenzminimum in Deutschland.
Doch gehen die Wissenschaftler noch einen Schritt weiter: für Hartz-IV-Empfänger könnten auch 132 Euro ausreichen. Dinge wie Alkohol, Zigaretten und Telefonieren wären dann selbstverständlich tabu. Für Kinder würden auch 79 Euro genügen.
Partitätischer Wohlfahrtsverband und Hartz-IV-Experte Rudolf Martens können der Rechnung der Chemnitzer Akademiker nur wenig erfreuliches abgewinnen, berichtet der Spiegel. Sogar von Empörung sei die Rede. Ein Leistungssatz von 132 Euro erinnere ihn an die Armenfürsorge um 1900, sagte Martens. Der Betrag von 79 Euro für Kinder entspräche gerade mal den monatlichen Versorgungskosten für einen Hund im Tierheim. Der Deutsche Gewerkschaftsbund betitelte die Studie der Chemnitzer als »pseudowissenschaftlich und zynisch".
In Deutschland haben 2006 rund 8,3 Millionen Menschen Hartz-IV bezogen. Das sind rund 10 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Arbeitslosengeld-II-Empfänger leben im Osten der Bundesrepublik. Hier lag die Empfänger-Quote 2006 zwischen 16 und 12 Prozent. Am besten sieht es im Süden des Landes aus. In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern bekamen 2006 weniger als 8 Prozent der Bevölkerung Hartz IV.
Die Arbeitslosigkeit selbst hängt in Deutschland stark vom Bildungsniveau ab, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte. Im vergangenen Jahr war mehr als jede sechste Erwerbsperson mit einfachem Bildungsniveau, also höchstens einem Realschulabschluss und ohne Berufsausbildung, ohne Arbeit. Im Durchschnitt des Jahres 2007 waren in Deutschland laut der Statistik 17,7 Prozent der 25- bis 64-jährigen Erwerbspersonen mit einfachem Bildungsniveau ohne Einkommen. Nur 3,7 Prozent seien es hingegen bei einem Hochschul-, Fachhochschulabschluss oder einer höheren berufsfachlichen Ausbildung gewesen. Die Erwerbslosenquote bei mittlerem Bildungsabschluss (einer Berufsausbildung oder dem Abitur ohne Studium) lag demnach bei 8,2 Prozent. (ddp/ds)
Eine provokante Rechnung veröffentlichten nun zwei Wissenschaftler der TU Chemnitz. Demnach bekommen Hartz-IV-Empfänger viel zu viel Geld. Die Leistungen könnten um mehr als die Hälfte gekürzt werden.
Die Rechnung der Wissenschaftler basiert auf Daten aus dem Jahr 2006, als die Leistungen bei 345 Euro monatlich lagen - angemessen seien aber laut der Studie der Chemnitzer lediglich 278 Euro in Anlehnung an das durchschnittliche Existenzminimum in Deutschland.
Doch gehen die Wissenschaftler noch einen Schritt weiter: für Hartz-IV-Empfänger könnten auch 132 Euro ausreichen. Dinge wie Alkohol, Zigaretten und Telefonieren wären dann selbstverständlich tabu. Für Kinder würden auch 79 Euro genügen.
Partitätischer Wohlfahrtsverband und Hartz-IV-Experte Rudolf Martens können der Rechnung der Chemnitzer Akademiker nur wenig erfreuliches abgewinnen, berichtet der Spiegel. Sogar von Empörung sei die Rede. Ein Leistungssatz von 132 Euro erinnere ihn an die Armenfürsorge um 1900, sagte Martens. Der Betrag von 79 Euro für Kinder entspräche gerade mal den monatlichen Versorgungskosten für einen Hund im Tierheim. Der Deutsche Gewerkschaftsbund betitelte die Studie der Chemnitzer als »pseudowissenschaftlich und zynisch".
In Deutschland haben 2006 rund 8,3 Millionen Menschen Hartz-IV bezogen. Das sind rund 10 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Arbeitslosengeld-II-Empfänger leben im Osten der Bundesrepublik. Hier lag die Empfänger-Quote 2006 zwischen 16 und 12 Prozent. Am besten sieht es im Süden des Landes aus. In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern bekamen 2006 weniger als 8 Prozent der Bevölkerung Hartz IV.
Die Arbeitslosigkeit selbst hängt in Deutschland stark vom Bildungsniveau ab, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte. Im vergangenen Jahr war mehr als jede sechste Erwerbsperson mit einfachem Bildungsniveau, also höchstens einem Realschulabschluss und ohne Berufsausbildung, ohne Arbeit. Im Durchschnitt des Jahres 2007 waren in Deutschland laut der Statistik 17,7 Prozent der 25- bis 64-jährigen Erwerbspersonen mit einfachem Bildungsniveau ohne Einkommen. Nur 3,7 Prozent seien es hingegen bei einem Hochschul-, Fachhochschulabschluss oder einer höheren berufsfachlichen Ausbildung gewesen. Die Erwerbslosenquote bei mittlerem Bildungsabschluss (einer Berufsausbildung oder dem Abitur ohne Studium) lag demnach bei 8,2 Prozent. (ddp/ds)
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