Liebeskrank - was hilft?
City- & Szenenews
26.07.2009
Das Ende einer Beziehung, unerwiderte Gefühle und Partnerschaften in Schieflage - die Liebe zu einem anderen Menschen kann mitunter krank machen. Was hilft gegen den Schmerz in der Brust?
Liebeskummer kann sich erheblich auf die körperliche Gesundheit auswirken. Laut Focus.de ist der Herzschmerz eine Ganzkörperangelegenheit, bei der auch das Hirn verrückt spiele. Forscher der Universität Tübingen haben in einer Studie herausgefunden, dass bei liebeskranken Frauen bestimmte Hirnareale - unter anderem jene, die für Emotionen, Antrieb und Motivation zuständig seien - nahezu brachliegen. So sei es kein Wunder, dass Betroffene zu nichts in der Lage seien.
Während Frauen aber das Gespräch mit Freundinnen suchen, leiden Männer besonders darunter, nicht über ihre Gefühlskrisen sprechen zu können, weil sie Liebeskummer für eine Schwäche halten. Frauen suchen erst dann psychologischen Rat, wenn das Umfeld nicht mehr helfen könne. Männer bevorzugen es, mit einem Psychologen zu sprechen, der mit ihrem Leiden diskret umgeht.
Herzschmerz im wahrsten Sinne
Erschreckend, wie sehr das Herz nach einer Trennung tatsächlich leidet: Der Begriff "Herzschmerz" komme nicht von ungefähr, denn Liebeskrisen können durchaus organische Probleme bewirken. "Das Herz ist ein sehr emotionales Organ, das auf Stress und Hormonschwankungen reagiert", erklärt der Kardiologe Jürgen Schäfer gegenüber Focus.de. Medizinisch sei diese Erscheinung als "Broken-Heart-Syndrom" bekannt, das mit plötzlich beginnenden, heftigen Brustschmerzen und Luftnot - den Symptomen wie denen eines Herzinfarkts also - einhergehe.
Was tun?
Klar ist: Wer Liebeskummer hat, braucht Hilfe. In welchem Maße Zuwendung von außen notwendig ist, ist individuell verschieden. Meistens gelinge es Betroffenen, ihren Liebeskummer allein zu besiegen. Wer jedoch selbst nach acht Wochen nicht allmählich wieder auf die Beine komme, solle einen Experten aufsuchen. Wer außerdem an Schlafstörungen und Appetitlosigkeit leide, brauche ebenfalls ärztlichen Rat. Es gilt, eine ausgewachsene Depression zu verhindern.
Wen es nicht ganz so hart getroffen hat, für den könne Sex mit anderen Partnern mitunter wie Medizin wirken. Vor allem Männer flüchten sich nach einer Trennung in Bettgeschichten, um ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Natürlich kann der Effekt nur dann eintreten, wenn man die vergangene Beziehung wirklich verarbeitet. Dass ein Flirt wahre Wunder für das Selbstbewusstsein wirken kann, bestätigt der Hamburger Psychologe Jörg Wesner gegenüber Welt.de. Von einer neuen Partnerschaft rät er allerdings ab: "Das sind dann oft nur Übergangsbeziehungen, ein kleiner Flirt ist da vielleicht die bessere Alternative."
Ablenken und abreagieren
Ein offensiver Umgang mit Herzschmerz helfe generell. Neben konsequenter Kontaktsperre rät Wesner dazu, die Gefühle abzureagieren. "Wenn es hilft, kann man ruhig ein Foto des anderen zerreißen oder ein Geschenk wegschmeißen", so der Hamburger Psychologe. Das schaffe zumindest vorübergehend Genugtuung, schließlich fühle man sich um etwas betrogen.
Vor allem Ablenkung ist ratsam - wenn nicht in Form einer Affäre, dann zumindest in Form von Sport oder Arbeit. Wer sich erst einmal ausleiden und seine Gedanken loswerden muss, findet im Internet Hilfe. Im Liebeskummer-Forum "liebesschmerzen.de" können sich Betroffene mit Leidensgenossen austauschen.
(sh)
Das Ende einer Beziehung, unerwiderte Gefühle und Partnerschaften in Schieflage - die Liebe zu einem anderen Menschen kann mitunter krank machen. Was hilft gegen den Schmerz in der Brust?
Liebeskummer kann sich erheblich auf die körperliche Gesundheit auswirken. Laut Focus.de ist der Herzschmerz eine Ganzkörperangelegenheit, bei der auch das Hirn verrückt spiele. Forscher der Universität Tübingen haben in einer Studie herausgefunden, dass bei liebeskranken Frauen bestimmte Hirnareale - unter anderem jene, die für Emotionen, Antrieb und Motivation zuständig seien - nahezu brachliegen. So sei es kein Wunder, dass Betroffene zu nichts in der Lage seien.
Während Frauen aber das Gespräch mit Freundinnen suchen, leiden Männer besonders darunter, nicht über ihre Gefühlskrisen sprechen zu können, weil sie Liebeskummer für eine Schwäche halten. Frauen suchen erst dann psychologischen Rat, wenn das Umfeld nicht mehr helfen könne. Männer bevorzugen es, mit einem Psychologen zu sprechen, der mit ihrem Leiden diskret umgeht.
Herzschmerz im wahrsten Sinne
Erschreckend, wie sehr das Herz nach einer Trennung tatsächlich leidet: Der Begriff "Herzschmerz" komme nicht von ungefähr, denn Liebeskrisen können durchaus organische Probleme bewirken. "Das Herz ist ein sehr emotionales Organ, das auf Stress und Hormonschwankungen reagiert", erklärt der Kardiologe Jürgen Schäfer gegenüber Focus.de. Medizinisch sei diese Erscheinung als "Broken-Heart-Syndrom" bekannt, das mit plötzlich beginnenden, heftigen Brustschmerzen und Luftnot - den Symptomen wie denen eines Herzinfarkts also - einhergehe.
Was tun?
Klar ist: Wer Liebeskummer hat, braucht Hilfe. In welchem Maße Zuwendung von außen notwendig ist, ist individuell verschieden. Meistens gelinge es Betroffenen, ihren Liebeskummer allein zu besiegen. Wer jedoch selbst nach acht Wochen nicht allmählich wieder auf die Beine komme, solle einen Experten aufsuchen. Wer außerdem an Schlafstörungen und Appetitlosigkeit leide, brauche ebenfalls ärztlichen Rat. Es gilt, eine ausgewachsene Depression zu verhindern.
Wen es nicht ganz so hart getroffen hat, für den könne Sex mit anderen Partnern mitunter wie Medizin wirken. Vor allem Männer flüchten sich nach einer Trennung in Bettgeschichten, um ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Natürlich kann der Effekt nur dann eintreten, wenn man die vergangene Beziehung wirklich verarbeitet. Dass ein Flirt wahre Wunder für das Selbstbewusstsein wirken kann, bestätigt der Hamburger Psychologe Jörg Wesner gegenüber Welt.de. Von einer neuen Partnerschaft rät er allerdings ab: "Das sind dann oft nur Übergangsbeziehungen, ein kleiner Flirt ist da vielleicht die bessere Alternative."
Ablenken und abreagieren
Ein offensiver Umgang mit Herzschmerz helfe generell. Neben konsequenter Kontaktsperre rät Wesner dazu, die Gefühle abzureagieren. "Wenn es hilft, kann man ruhig ein Foto des anderen zerreißen oder ein Geschenk wegschmeißen", so der Hamburger Psychologe. Das schaffe zumindest vorübergehend Genugtuung, schließlich fühle man sich um etwas betrogen.
Vor allem Ablenkung ist ratsam - wenn nicht in Form einer Affäre, dann zumindest in Form von Sport oder Arbeit. Wer sich erst einmal ausleiden und seine Gedanken loswerden muss, findet im Internet Hilfe. Im Liebeskummer-Forum "liebesschmerzen.de" können sich Betroffene mit Leidensgenossen austauschen.
(sh)
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