Heute XL, morgen M?
City- & Szenenews
14.06.2009
Warum die Sachen bald wieder passen.
Es passiert nicht über Nacht, und mit einer neuen Wunderdiät hat es auch nichts zu tun. Fakt aber ist: In ca. einem Jahr wird das Einkaufen für viele Menschen plötzlich wieder zu einem angenehmen Erlebnis werden.
Wer vorher oft gefrustet war, weil plötzlich die Hose nicht mehr richtig saß oder das Shirt an der falschen Stelle spannte, der wird dann am Shoppen wieder seine helle Freude haben. Grund dafür ist eine Anpassung der Kleidergrößen an die veränderten Maße der Deutschen, über welche die Süddeutsche Zeitung bereits vor einiger Zeit berichtete.
"Size Germany": Die Vermessung der Welt
Grund dafür sind nicht etwa die "Schmeichelgrößen", die von Herstellern schon seit Längerem angeboten werden: Hier wird ein Oberteil der Größe M schlicht umetikettiert, sodass sich die Kundin spontan gut und attraktiv fühlt und zugreift ("Hey, mir passt ja plötzlich eine S!"). Die neue Größenveränderung beruht nicht auf solch cleveren Marketingmaßnahmen, sondern auf einer groß angelegten, wissenschaftlichen Studie.
Im Rahmen des Projekts "Size Germany" wurden mehr als 13.000 Frauen, Männer und Kinder zwischen 6 und 87 Jahren vermessen - laut der Süddeutschen Zeitung die "größte Vermessung in der Geschichte der Deutschen". Verglichen wurden die Werte für Arm- und Beinlänge, Taillen-, Hüft- und Brustumfang mit den Werten früherer Messungen.
Endlich: Wachstum in allen Regionen
Das Ergebnis fasst die Süddeutsche Zeitung so zusammen: "Deutsche Frauen sind im Durchschnitt um einen Zentimeter gewachsen, haben an der Taille um 4,1 und an der Hüfte um 1,8 Zentimeter zugelegt. Der Brustumfang ist immerhin um rund 2,3 Zentimeter gewachsen. Bei den Männern hat sich noch mehr getan: Gegenüber der letzten Messung im Jahr 1980 wuchs der Brustumfang um 7,3 Zentimeter, der Taillenumfang um 4,4 und der Hüftumfang um 3,6 Zentimeter. Die Körpergröße hat durchschnittlich um 3,2 Zentimeter zugenommen."
Der Grund hierfür liege in besserer medizinischer Versorgung der Bevölkerung und im wachsenden Wohlstand. Während diese beiden Gründe vor allem zu einem allgemeinen Wachstum führen, sei für das auffällige "Breitenwachstum" der Deutschen vor allem der vermehrte Fettkonsum verantwortlich.
Dem Opa hätte das noch gepasst
Die neue Verteilung des Körpergewichts führt zu veränderten Proportionen, sodass es nicht mehr hilft, einfach eine andere Größe zu wählen. Probleme ergäben sich vor allem bei jüngeren Männern, die in den Regalen Kleidung für die Generation der Großeltern fänden. Doch auch Frauen sind betroffen. Die Kleidungshersteller werden in verschiedenen Bereichen umdenken und ihre Produkte an die neuen Maße anpassen müssen; beispielsweise werden Hosen länger und breiter werden, zitiert die Zeitung den Projektleiter von "Size Germany", Martin Rupp.
Die Bezeichnung werde zwar gleich bleiben, doch werde sich beispielsweise hinter einer Größe 36 in zwei Jahren nicht mehr mit die heutige Größe 36 verbergen. Bei der Taille soll der Schnitt um einen Zentimeter vergrößert, bei der Hüfte um einen verringert werden. Es handle sich hierbei nur um Nuancen, die jedoch dazu führen könnten, dass man sich schlanker fühle.
OP-Tisch wächst mit
Wichtig sind die veränderten Maße jedoch nicht nur für die Bekleidungsindustrie, sondern "für fast alle industriellen Segmente", so "Size Germany"-Projektleiter Rupp gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Auch Möbelstücke vom Stuhl bis hin zum OP-Tisch und nicht zuletzt Autos müssen demnach angepasst werden.
(ur)
Warum die Sachen bald wieder passen.
Es passiert nicht über Nacht, und mit einer neuen Wunderdiät hat es auch nichts zu tun. Fakt aber ist: In ca. einem Jahr wird das Einkaufen für viele Menschen plötzlich wieder zu einem angenehmen Erlebnis werden.
Wer vorher oft gefrustet war, weil plötzlich die Hose nicht mehr richtig saß oder das Shirt an der falschen Stelle spannte, der wird dann am Shoppen wieder seine helle Freude haben. Grund dafür ist eine Anpassung der Kleidergrößen an die veränderten Maße der Deutschen, über welche die Süddeutsche Zeitung bereits vor einiger Zeit berichtete.
"Size Germany": Die Vermessung der Welt
Grund dafür sind nicht etwa die "Schmeichelgrößen", die von Herstellern schon seit Längerem angeboten werden: Hier wird ein Oberteil der Größe M schlicht umetikettiert, sodass sich die Kundin spontan gut und attraktiv fühlt und zugreift ("Hey, mir passt ja plötzlich eine S!"). Die neue Größenveränderung beruht nicht auf solch cleveren Marketingmaßnahmen, sondern auf einer groß angelegten, wissenschaftlichen Studie.
Im Rahmen des Projekts "Size Germany" wurden mehr als 13.000 Frauen, Männer und Kinder zwischen 6 und 87 Jahren vermessen - laut der Süddeutschen Zeitung die "größte Vermessung in der Geschichte der Deutschen". Verglichen wurden die Werte für Arm- und Beinlänge, Taillen-, Hüft- und Brustumfang mit den Werten früherer Messungen.
Endlich: Wachstum in allen Regionen
Das Ergebnis fasst die Süddeutsche Zeitung so zusammen: "Deutsche Frauen sind im Durchschnitt um einen Zentimeter gewachsen, haben an der Taille um 4,1 und an der Hüfte um 1,8 Zentimeter zugelegt. Der Brustumfang ist immerhin um rund 2,3 Zentimeter gewachsen. Bei den Männern hat sich noch mehr getan: Gegenüber der letzten Messung im Jahr 1980 wuchs der Brustumfang um 7,3 Zentimeter, der Taillenumfang um 4,4 und der Hüftumfang um 3,6 Zentimeter. Die Körpergröße hat durchschnittlich um 3,2 Zentimeter zugenommen."
Der Grund hierfür liege in besserer medizinischer Versorgung der Bevölkerung und im wachsenden Wohlstand. Während diese beiden Gründe vor allem zu einem allgemeinen Wachstum führen, sei für das auffällige "Breitenwachstum" der Deutschen vor allem der vermehrte Fettkonsum verantwortlich.
Dem Opa hätte das noch gepasst
Die neue Verteilung des Körpergewichts führt zu veränderten Proportionen, sodass es nicht mehr hilft, einfach eine andere Größe zu wählen. Probleme ergäben sich vor allem bei jüngeren Männern, die in den Regalen Kleidung für die Generation der Großeltern fänden. Doch auch Frauen sind betroffen. Die Kleidungshersteller werden in verschiedenen Bereichen umdenken und ihre Produkte an die neuen Maße anpassen müssen; beispielsweise werden Hosen länger und breiter werden, zitiert die Zeitung den Projektleiter von "Size Germany", Martin Rupp.
Die Bezeichnung werde zwar gleich bleiben, doch werde sich beispielsweise hinter einer Größe 36 in zwei Jahren nicht mehr mit die heutige Größe 36 verbergen. Bei der Taille soll der Schnitt um einen Zentimeter vergrößert, bei der Hüfte um einen verringert werden. Es handle sich hierbei nur um Nuancen, die jedoch dazu führen könnten, dass man sich schlanker fühle.
OP-Tisch wächst mit
Wichtig sind die veränderten Maße jedoch nicht nur für die Bekleidungsindustrie, sondern "für fast alle industriellen Segmente", so "Size Germany"-Projektleiter Rupp gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Auch Möbelstücke vom Stuhl bis hin zum OP-Tisch und nicht zuletzt Autos müssen demnach angepasst werden.
(ur)
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