Deutschlands erstes Erotikmagazin für Frauen

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Das Team: Jana Vetter, Ina Küper und Marlene Burba
25.08.2008

"Alley Cat" hat sich auf leisen Pfoten auf den deutschen Zeitschriftenmarkt geschlichen und verspricht der weiblichen Leserschaft in der ersten Ausgabe "100 Seiten Lust auf Lust".

Seit Juli sind die Kioske des Landes um eine Errungenschaft reicher: Das neue Magazin "Alley Cat" (zu deutsch wortwörtlich "streunende Katze", übertragen etwa "Bordsteinschwalbe", "Flittchen") ist, ihren Macherinnen zufolge, "Deutschlands erstes Erotikmagazin für Frauen". Drei Düsseldorfer Studentinnen bringen Sex und Leidenschaft aus weiblicher Sicht auf Hochglanzpapier.

Neben erotischen Bildstrecken, humorigen Kolumnen, Erfahrungsberichten, Sextipps, Reportagen und Porträts wollen Ina Küper, Jana Vetter und Marlene Burba "Sexualität als sinnliches Lifestyle-Thema betrachten". Aus diesem Grund beschränke sich das Magazin auch nicht nur auf Sex, sondern widme sich auch den Themen Beauty und Lingerie. Die 24-jährige Herausgeberin und Chefredakteurin Ina Küper hatte die Idee zum Magazin im Zuge einer Semesterarbeit für ihr Modejournalismus-Studium. Beim Gang in einen Kiosk habe sie festgestellt, dass es für Frauen kein adäquates Erotikmagazin gebe. Das Wesen von "Alley Cat" beschreibt Küper mit den Worten: "Porno nein, Erotik ja".

Was unterscheidet "Alley Cat" von "Playgirl"?

Im Unterschied zu Pornoheften wie "Playgirl" werde Erotik in "Alley Cat" subtiler visualisiert, sagt die junge Herausgeberin über ihr Magazin. Außerdem verzichte das Heft, das von nun an alle drei Monate erscheinen soll, auf pornographische Fotostrecken und biete dafür vor allem textlichen Inhalt.

Gegenüber taz.de sagte Ina Küper, ihr Magazin basiere auf der These, dass Frauen "tendenziell schöne und ästhetische Dinge lieben". Für Franziska Seyboldt, Redakteurin der taz, wirkt das neue Heft aber eher "wie eine Mischung aus Lifestyleheft und Modemagazin mit einem Schuss Sex". Sie hält die Neuartigkeit des Konzepts deshalb auch eher für streitbar.

Kritik äußert Seyboldt auch wegen des Titelbilds der ersten Ausgabe - ein herangezoomtes Frauengesicht mit falschen, roten Wimpern, das nicht im Geringsten frivol ist und genauso auch hätte auf der Cosmopolitan erscheinen können. Ina Küper jedoch hat das Bild mit einiger Berechnung ausgewählt: Erstens schämen sich Frauen, eine Zeitung mit einem nackten Mann auf dem Cover am Kiosk zu kaufen, und zweitens wolle sie verhindern, dass das Magazin in dieselbe Falle tappe wie die "Playgirl" und am Ende mehr schwule Leser als Frauen anziehe. Küper ist sicher, dass Frauen eben nicht seitenweise Männerpopos sehen wollen, sondern sich schön inszenierte Erotik wünschen. Frauen reagierten schließlich auf ganz andere Reize als Männer.

"Zu Unrecht durchtrieben"

Die kritische taz-Redakteurin jedoch ist auch vom Inneren des Heftes enttäuscht - auch hier seien die Fotos weniger freizügig als erhofft. Kein einziger völlig nackter Mann sei zu sehen, und die Fotos wirken nach ihrer Ansicht mehr wie Werbung. Zudem finden sich in "Alley Cat" mehr nackte Frauen als Männer, denn, so die Chefredakteurin gegenüber taz.de, Frauen schauen andere Frauen aus ästhetischen Gründen sehr gern an. Seyboldt aber findet, dass die abgebildeten Frauen ebenso wenig frivol und wirklich aufreizend in Szene gesetzt wurden. Ihr Urteil: Leserinnen fühlen sich beim Kauf des Heftes leider "zu Unrecht durchtrieben".

Ob die Zielgruppe der Frauen von Anfang zwanzig bis Mitte vierzig erreicht wird und ob die Leserinnen Seyboldts Meinung teilen, wird sich zeigen: Die zweite Ausgabe des Heftes erscheint am 3. September und kann für 4,50 Euro am Kiosk und in ausgewählten Sexshops gekauft werden.

(sh)
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